Brauchen wir einen neuen Messenger?

WhatsApp ist allseits bekannt und beliebt. Vom kleinsten der kleinen bis zu den ältesten im Land benutzen die meisten Smartphone-Benutzer den Messenger. Doch das sich dieser Service nicht nur mit Ruhm bekleckern kann wurde uns allen spätestens bei dem Verkauf an Facebook klar. Was? WhatsApp gehört Facebook? Ja, seit mittlerweile sogar 2 1/2 Jahren schon, damals für unglaubliche 22 Milliarden US-Dollar. Doch was hat sich seit dem geändert und warum rate ich allmählich vom Gebrauch ab? Hier erfahrt ihr es:

WhatsApps Übernahme durch Facebook
Am 19.02.2014 kaufte Facebook den bis dato beliebtesten Messenger-Dienst WhatsApp für 22 Milliarden Dollar und stieg damit auch bei Smartphonenutzern zum beliebtesten Unternehmen auf. Doch kurz darauf verlor WhatsApp Nutzer, denn diese wollten sich nicht an Facebook binden und ihre Daten nicht abgeben. Damals sagte Facebook, es werden keine Daten übertragen und es bliebe alles beim alten. Der Messenger verlor seine Einnahmequelle (WhatsApp verlangte für die Nutzung ab dem 2. Jahr 0,89€/Jahr), bekam ein anderes aussehen und mehr Funktionen. Doch es gab auch mehr Fehler, immer häufiger kam es zu Serverabstürzen, welche bei Facebook schon seit Jahren passieren. Und mir blieb immer die Frage: „Wie will Facebook mit WhatsApp Geld verdienen?“ Ich hoffte das die alte Preispolitik, also die Jahresnutzungsgebühr von weniger als 1€ zurück kommen würde und wir uns nicht um unsere Daten und die Werbung sorgen müssen.

WhatsApp ändert zum ersten Mal seit Jahren die Datenschutzbestimmungen
Wir wussten es alle – Facebook würden den Dienst irgendwann in seine Werbepolitik mit einbeziehen und uns nicht einen kostenlosen Messenger präsentieren. Doch insgeheim hofften wir auf eine sicherere Lösung als das was WhatsApp uns in den letzten Tagen zeigte. Absofort werden die Daten wie Handynummer und wer mit wem chattet auch an die Mutter Facebook übertragen, man kann zwar diesen Bestimmungen widersprechen (ja, sowas hat Facebook tatsächlich eingebaut), allerdings glaube ich kaum das Facebook die Daten nicht doch überträgt.

Was mich allerdings viel mehr stört, sind die Absichten uns Usern in WhatsApp mit Firmenwerbung zu bombardieren. Ich möchte in einem Messenger keine Werbung sehen. Das war damals bei ICQ nervend, Skype setzte dies ebenfalls um und nun WhatsApp. Lieber zahle ich eine Gebühr dafür, dass ich weiß wo meine Daten liegen und das die Hersteller die Unkosten decken können.

Welche Alternative?
Es gibt sie. Es gibt sie sogar mehrfach. Welche Alternative ist aber die beste? Welche passt zu mir und zu welcher kann ich die meisten Freunde überreden? Ist die feine SMS nicht doch besser? Welche Vor- und Nachteile haben die Messenger überhaupt?

Fangen wir bei der so lange beliebten SMS an. Kennen Sie die noch? Der Short Message Service? Der Urvater von WhatsApp & Co. SMS war und ist heute noch ein Dienst der in allen Handys und Smartphones (welche das GSM-Netz unterstützen) vorhanden ist – ohne Installation und Registrierung. Eine SMS wird an den Empfänger übersandt und nicht auf einem fremden US-Server gespeichert. Der Vorteil ist, dass es keinen Hersteller bzw. Entwickler gibt der versucht mit dem Service Geld zu verdienen. Lediglich der Tarifanbieter verlangt dafür Kosten – allerdings gibt es hier viele Flats. Der Nachteil ist, dass man bei einer SMS keine Echtzeitübertragung hat, man weiß also nicht wann das Gegenüber die Nachricht liest, schreibt oder „online“ ist. Doch dies kann auch ein Vorteil sein, sind wir doch viel zu abhängig von der sucht nach dem simplem Satz „XY ist online“. Wäre es nicht schön endlich wieder nicht zu wissen wann jemand schreibt und uns über eine Antwort tatsächlich zu freuen? Die SMS hat noch einen Nachteil, über diesen Service können wir nur Text verschicken. Keine Videos, keine Songs, keine Sprachaufnahmen, keine süße Bilder von unseren Kindern oder Haustieren und keine Dokumente. Das alles bietet uns WhatsApp. Daher ist diese alternative nur für Leute geeignet, die diese Art der Kommunikation lieben – „die Texter“.

Eine sehr bekannte und leider kaum beliebte Alternative ist Threema. Dieser Dienst hat sogar noch eine Gebühr – einmalig 2€. Super! Der Dienst ist verschlüsselt und lässt unsere Daten weitestgehend in Ruhe. Außerdem bietet er alles was WhatsApp kann und sieht auch noch schick aus. Lediglich Anrufe sind – meines Wissens nach – noch nicht möglich. Leider ist die Einrichtung nicht ganz so einfach wie bei WhatsApp, weil die meisten Kontakte kein Threema nutzen und man nach der Einrichtung dann alleine im Messenger sitzt. Also nur installieren, wenn die Freunde es auch nutzen!

Weitere Messenger werde ich testen und hier berichten.

Wie wäre es mit einem Community-Messenger?
Eine Idee wäre, den Messenger nicht von einem Unternehmen programmieren zu lassen, welches damit einen hohen Profit erzielen will, sondern jene Unternehmen mit einzuspannen, welche tatsächlich dem Benutzer ein Erlebnis sichern möchten. Der Messenger sollte von einer großen Community designt werden, damit jeder seine Wünsche und Erfahrungen mit einbringen kann. Fehler sollten sich schon in der Community lösen lassen und jeder sollte den Messenger anpassen können wie er es möchte. Wäre das nicht eine Idee? Ich bin gespannt ob das jemand mal aufgreift.

Ich für meinen Teil werden Definitiv wechseln, nur zu welchem Messenger weiß ich noch nicht genau.

Schreibe einen Kommentar