das Experiment „FahrLos“

Als man mir im Februar 2012 meinen Führerschein ausstellte wusste ich noch nicht wie wichtig mir dieses Dokument einmal werden würde – es ist heute das wichtigste Dokument in meinem Leben. Wer mir den Führerschein entzieht entzieht mir mein Leben, meinen Ruhepuls, meine Pausen und meine Freude. Seit 2012 bin ich stetig gefahren, habe mir Autos von Freunden oder meinem Vater geliehen und seit 2013 auch dokumentiert – fast 40.000km sind es inzwischen ohne das ich je ein eigenes Auto besaß. Viele Strecken sind nicht länger als 100km, ein paar waren länger als 1000 – einmal sogar ganz bis nach Stockholm hoch (2000km ca.). Was mich von vielen anderen Kindern die die Autos der Eltern nutzen unterscheidet ist wohl, dass jede Fahrt protokolliert wird, jede Tankrechnung eingetragen und am Ende ausgerechnet wieviel ich gefahren bin, wie teuer die Tankrechnungen waren und ob mein Vater noch etwas Geld bekommt. Ich habe mir eine Exceltabelle angelegt, welche selbst meine Eltern überrascht obwohl sie meine Fähigkeiten in der Protokollierung schon lange kennen.

Bisher war es mein großer Traum ein eigenes Auto zu besitzen, doch finanziell nie erreichbar gewesen. Nun ist der Traum nicht mehr so weit entfernt, aber ich möchte dennoch gerade jetzt ein spannendes Experiment starten. Bisher fahre ich pro Monat etwa 1000 bis 1500km – das sind auf den Tag gerechnet etwa 33 bis 50km/h – obwohl ich nicht täglich fahre und sich die Summen eher am Stück bei 150 – 250km bewegen. Umgerechnet auf die monatlichen Kosten bezahle ich ungefähr 100 bis 150€ im Monat für Sprit und Versicherung an meinen Vater oder direkt in den Tank. Teilweise gehen die Summen über 180€ (1500km = 180€). Geld das ich irgendwie jeden Monat aufbringe obwohl ich nur 409€ im Monat zum Leben habe (davon müssen noch Fixkosten für Strom und Telefon abgerechnet werden; etwa 300€ im Monat frei). 300€ minus 180€ – ich lebe von 120€. Das ist allerdings nur eine übertriebene Rechnung, in der Regel sind es nur 120€ die ich im Monat ins Auto stecke.

Mein Experiment beginnt am 01.03.2017 und endet am 31.03.2017 – wenn ich es durchhalte. Es sieht vor, dass ich keine einzige Fahrt tätige für die ich selbst aufkommen müsste. Also mal eben so 120€ sparen. Genau das werde ich machen – am Anfang des Monats 100€ auf mein Sparkonto überweisen und gucken wieviel Geld ich am Ende noch übrig habe. Aber ich werde nicht nur meinen Autokonsum einschränken, ich möchte vor allem auch mein Essverhalten ändern, deshalb nehme ich mir vor kein Fastfood zu kaufen oder zu Essen – auch wenn man es mir schenkt und mehr zu kochen, vielleicht mehr Salate zu Essen. Weniger süßes wäre auch gut.

Jetzt kommt sicher die Frage, warum das alles? Es hängt vor allem mit meinem letzten Beitrag zusammen, in dem ich meinen eigenen Konsum kritisiert habe und es mir mittlerweile zum Hals raushängt. Ich bekomme (fast) alles was ich will und ich will einfach nicht mehr. Ich möchte wie früher als kleines Kind mein Geld sparen und mir dann tolle Sachen kaufen. Ich bin selbst sehr gespannt auf meine Erfolge und wie sehr es mich verändert, leicht wird es nicht, aber das soll es ja auch nicht. Ganz im Gegenteil – es soll mich fordern!

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