Der Tag an dem…

…ich mein altes Leben verlor‘ und ein neues begann.

Morgen, den 14.12.2016, vor genau 10 Jahren stürmte Nachts um 2 Uhr das SEK der Polizei mein Elternhaus und nahmen mich, mit Maschinenpistolen gerichtet auf meinen Körper, fest. War ich doch erst 6 Monate vorher 14 geworden, war ich nun strafbar. In der Nacht zum 14.12.2006 schrieb ich auf einer christlichen Forumsseite, dass ich nicht mehr könne und auf eine sehr brutale Weise morgen in der Schule den Menschen und mir das Leben beenden würde – nie in der Absicht es je gemacht, geschweige denn geplant zu haben. Ich wollte Unruhe in dieses jahrelange Schweigen um mich bringen. Aufmerksamkeit auf meine Wunden legen.

Seit meinem 4. oder 5. Lebensjahr wurde ich abgestoßen, gemobbt, angegriffen und geschlagen oder getreten, das ganze zieht sich durch mein Leben bis zum 14.12.2006 – ich konnte es nicht mehr aushalten. Da ich, wie wir erst viel zu spät erfuhren, wegen meines Autismus nicht sprach bzw. über Gefühle, Gedanken und Wünsche nicht sprechen konnte musste ich einen anderen Weg finden um den Menschen zu zeigen was los ist. Wehren konnte ich mich nicht, denn wenn ich dann mal in der Schule ausrastete, weil mich mal wieder wer gemobbt hatte, wurde ich zum Täter. Es flogen Tische und Stühle – allerdings nur ganz selten. Meist wurde ich ganz still oder lief aus der Schule weg. Mein Leben war ein Albtraum – gehüllt in starken Depression.

Meine Eltern und ich verbrachten die ganze Nacht bei der Polizei, traurig und wütend, fassungslos ringend um eine Antwort warum ich es tat. In den 10 Jahren darauf, bis heute, machte ich eine Riesenentwicklung welche man heute lesen, hören, sehen und vielleicht sogar spüren kann. Ich lernte das Sprechen über Gefühle und Wünsche, lernte Mut zu haben für unbekanntes, lernte Menschen kennen und spürte, zwar spät, was wirkliche Freunde waren und sind. Meine faktischen erfüllten Ziele kann man in Hauptschulabschluss, Führerschein und Taxischein benennen, meine Emotionalen Werte heißen nun nicht mehr Depression sondern Gleichgewicht, Ruhe und Glück. Ja, 2016 habe ich es wirklich geschafft, ich habe meine Depression hinter mir gelassen und bin den Weg im stetigen Glück gegangen. Habe gespürt man kann weinen und trotzdem tiefenentspannt glücklich sein. Die Tage und Wege sind nun einfacher und über Fehler kann gelacht werden.

In den letzten 10 Jahren habe ich wahnsinnig viel erlebt, gemacht und verstanden und hatte immer Menschen die mich stützten und mir aufhalfen. Diesen möchte ich nun einmal DANKE SAGEN! Wer mehr über mich und diese Geschichte erfahren möchte darf mich gerne persönlich kennen lernen. Mein Motto lautet: „Jeder (Mensch) hat eine Geschichte zu erzählen, ich möchte deine hören!“

Jeder der nun in einer schweren Phase ist: glaub mir es gibt einen Weg daraus und Gott (auch wenn du nicht an einen glaubst) begleitet dich. Gib nicht auf, kämpfe für das was dir lieb!

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