Geh wählen!

Am 24. September 2017 sind Bundestagswahlen und wie noch nie zuvor war die Entscheidung so schwierig wie diesmal (bestätigt durch Aussagen vieler). Denn viele Parteien scheinen sich in ihrer Politik verrannt zu haben oder haben innerparteische Probleme. Wählen ist zwar keine Pflicht, sollte dennoch von jedem so wahrgenommen werden. Deutschland ist eins der wenigen Länder der Welt, dass demokratische (echte) Wahlen zulässt. Hier kommt ein kleiner Ratgeber für alle die bisher unentschlossen sind.

Was sind Bundestagswahlen überhaupt?
Bei der Bundestagswahl wählen die Bürger (Wahlberechtigte) die Regierung, bestehend aus den Parteien und dem oder der Bundeskanzler/in, welche nach den Wahlen Deutschland für 4 Jahre regieren. Also finden alle 4 Jahre (meist im September, immer an einem Sonntag) die Bundestagswahlen statt. Jeder Bürger hat dabei 2 Kreuze zu machen (Stimmen): die Erststimme (linke Seite) ist für einen Kandidaten welcher im Bundestag deine Interessen vertritt, die Zweitstimme für eine Partei deiner Wahl.

Wie wähle ich?
Am Wahltag geht man in das zugeteilte Wahllokal, welches für dich zuständig ist steht auf den Wahlunterlagen die dir zugesandt wurden. Dort gibt man geheim auf einem Zettel die zwei Stimmen ab und faltet den Zettel so dass niemand darauf sehen kann. Diesen wirft man in die Wahlurne (ein Kasten mit einem Schlitz oben). Man kann allerdings auch die Briefwahl wählen. Dabei werden dir die Wahlunterlagen rechtzeitig per Post zugesandt und du kannst bequem von Zuhause aus wählen. Du musst den Stimmzettel dann per Post zurück schicken und hast gewählt.

Beim Wählen im Wahllokal beachte: du musst deinen Personalausweis und deine Wahlbenachrichtigung dabei haben und vorzeigen.

Wie du genau wählst kannst du per Wahlhilfe herausfinden. Diese findest du hier.

Wen kann ich wählen?
Bei der aktuellen Bundestagswahl treten 34 Parteien an. Darunter sind natürlich die bekannten Parteien wie CDU/CSU, SPD, Linke, Grüne und FDP aber auch viele kleine, zum Teil regionale Parteien. Wen man wählt ist jedem selbst überlassen, denn jeder empfindet Politik anders und bevorzugt andere Themen. Welche Partei welche Ziele verfolgt erfährt man über die jeweiligen Parteiprogramme. Mit dem Wahlomat kann man bequem innerhalb weniger Minuten überblicken welche Partei mit den eigenen Entscheidungen übereinstimmt und wie diese Parteien ihre Entscheidung begründen.

Was passiert wenn ich nicht wähle?
Deine Stimme existiert nicht. Sie wird also auch nicht gewertet. Bedeutet: Wer nicht wählt vergibt sein Recht auf Wählen und unterstützt das andere Parteien mehr Prozent bekommen. Diese anderen Parteien können auch welche sein, die man auf keinen Fall wählen wollen würde. Jede abgegebene Stimme erhöht den Prozentsatz der Wahlbeteiligung. Ist die Wahlbeteiligung im allgemeinen z. B. bei 30% (30% der Wahlberechtigten haben eine gewertete Stimme abgegeben) jedoch ist der Anteil darunter derer Partei die man nicht wählen würde bei 51% würde genau diese Partei „an die Macht“ kommen und dürfte auswählen ob sie alleine oder mit anderen Parteien regieren wollen. Ist die Wahlbeteiligung allerdings bei über 50% ist es bei 34 Parteien sehr schwer für die nicht gemochte Partei an die Macht zu kommen, da sich die Stimmen meist verteilen. Kurz: wenn du wählst unterstützt du es, dass auch andere Parteien die Chance haben in den Bundestag zu kommen. Das ist Demokratie und verdammt wichtig für die weitere Entwicklung des Landes und der Politik. Daher gehe bitte wählen!

5 Tipps wie du die perfekte Partei findest:

  • benutze den Wahlomaten und überprüfe welche Partei deinen Themen am meisten zustimmt
  • diskutiere mit anderen über ihre Wahlentscheidung, lasse dich dabei aber nicht zu etwas überreden, sondern überlege wie du zu den Themen stehst
  • sieh dir an welche Partei welche Politik in den letzten Jahren verfolgt hat, welche Entscheidungen diese Partei getroffen hat
  • lass dich nicht zu sehr durch die Wahlversprechen der aktuellen Wahl beeinflussen, sondern sieh dir an welche Punkte aus dem letzten Wahlprogramm wahr geworden sind und beurteile danach wie realistisch das aktuelle Programm ist
  • wenn du dich immer noch nicht entscheiden konntest, jedoch unbedingt wählen willst kannst du deine Stimme auch nichtig machen (siehe unten) oder irgendeine Partei wählen

Was bedeutet seine Stimme vernichten/ Stimme nichtig machen?
Manche Wähler wissen einfach nicht wen sie wählen möchten, dann hört man immer wieder, dass diese Wähler ihre Stimme vernichtet haben. Sie haben also gewählt, aber verhindert das ihre Stimme gezählt wird. Das läuft in etwa so ab: auf dem Wahlzettel kreuzt man mehr als 2x an (zum Beispiel 2x eine Partei und 1x einen Kandidaten), man kann auch einfach ein bisschen auf dem Wahlzettel herum kritzeln oder einfach das ganze Blatt durchkreuzen. Den Zettel gibt man dann ganz normal in die Wahlurne ab. Dies wird protokolliert und man hat gewählt. Man ist also eine/r der Wahlberechtigten die gezählt werden. Bei der Auslese passiert nun aber folgendes: der Wahlhelfer lässt deinen Wahlzettel (weil ja nichtig) nicht gelten – so bekommt keine Partei eine Stimme von dir und du hast dennoch gewählt und hilfst dabei die Wahlbeteiligung oben zu halten. Diese Methode sollte man aber wirklich nur wählen, wenn man sich überhaupt nicht entscheiden kann.

Du hast ein Recht zu wählen – 95% der Weltbevölkerung nicht, GEH WÄHLEN!