Rückblick 2016

Ja auch ich möchte die Möglichkeit nutzen und auf das Jahr 2016 zurückblicken. Persönlich ein Erfolg, gemeinschaftlich das Grauen. Es sind in diesem Jahr soviele Dinge passiert, viele davon haben mich bewegt, andere führten zu meinem Stillstand. Es gab Freude und weniger Trauer, dafür mehr Tode die mir nahe gingen.

Im Januar stand für mich die Frage im Raum, wohin führt mein Leben noch? Ich wollte so gerne in eine WG wechseln, doch das stand noch in den Sternen. Meine Depression presste mich immer wieder tief runter, so dass ich mal wieder zu meinen Eltern flüchten musste. Im Februar war dasselbe aktiv.
Im März bekam ich dann eine Zusage, im Mai dürfte ich in eine wunderschöne WG einziehen, welche gerade aufgebaut werde – daher wohne da noch keiner.
Aus Mai wurde dann Juni und so zog ich am 04.06.2016 in eine wunderschöne Villa mitten in Bremen. Und was soll ich sagen? Mit einem Mal waren Depression, Traurigkeit und Kraftlosigkeit verschwunden. Da ich vorsichtig wurde in den letzten 15 Jahren meiner Depression ahnte ich, dass dieser Zustand nur wenige Wochen halten würde. Ein Irrtum – bis heute bin ich „der glücklichste Mensch der Welt“ wie man es so schön sagt. Es ist nicht alles perfekt, im Gegenteil vieles nervt und stört mich. Aber ich lasse mich dadurch nicht mehr herunterziehen und wenn doch kommt mein Mitbewohner und bringt mich wieder zum Lachen.

Mein Geburtstag war der schönste den ich bisher in meinem Leben hatte und dafür bin ich bis heute dankbar (Danke an Mama, Papa, Geschwister und meine süße Nichte, sowie allen Gästen die da waren). Nicht die Anzahl oder das in den Geschenken machte mich glücklich, sondern das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden. Nächstes Jahr feiere ich wieder mit wenigern Leuten, aber vielleicht gehe ich zum ersten Mal seit Kinderjahren ins Kino oder so.

Im August zog mein erster Mitbewohner ein, ich nenne ihn jetzt einfach mal Mr. N. Er lehrte mir durch seine Art, seinem Lebensstil und seinem Lachen sehr viel was ich vorher nicht wusste oder begreifen konnte. Mr. N. zeigte mir erstmals wie reich ich an Besitztümern bin – er hatte nichts (außer Kleidung und einem alten Smartphone), ich dagegen habe Computer, Laptop, neues Smartphone, Tablet, Fernseher und eigenes Internet und Telefon, ich besaß ein Saxofon (verkauft) – und wie reich ich an Familie bin (Meine Eltern leben und sind gesund, meine Geschwister lieben mich). Mr. N. zeigte mir das man trotz Traurigkeit lächeln darf und das es egal ist wie dich andere sehen, es zählt wie du dich dabei fühlst.

Im September fasste ich den Entschluss ein neues Album heraus zu bringen, das letzte brachte ich am 31.07.2014 heraus (online, kostenlos). Außerdem beschloss ich im August und September Facebook und WhatsApp zu verlassen, deaktivierte die Konten, löschte die Apps und war tatsächlich 3 Monate nicht online (WhatsApp bis heute nicht). Facebook musste ich aber für die Ankündigung zu meinem Album „Onderweg“ (Release 14.12.2016) wieder reaktivieren, so surfe ich nun täglich dort wieder – allerdings nicht so intensiv wie früher (ehemals bis zu 18h/Tag).

In diesem Jahr (wann verrate ich nicht) wurde meine süße Nichte geboren und ich bin meinem Gott so dankbar dafür, dass er uns sie geschickt hat. Vor einem Jahr im Juni verstarb unsere Lieblingsoma und fast ein Jahr später kommt meine Nichte zur Welt. Sie hilft mir tatsächlich bei der Trauerbewältigung.

Am 14.12.2016 war es soweit – mein erstes Album seit 2 Jahren ging online. Mit Onderweg offenbarte ich aber auch den schwersten Teil meines Lebens. In dem beigelegtem Dokument befindet sich meine Geschichte und was der Tag 14.12.2006 so besonders für mich macht.

Leider gab es auch viel Trauer in diesem Jahr – angefangen mit den Toden meiner Lieblingsschauspieler wie Götz George und Manfred Krug, sowie dem Sänger Roger Cicero. Im Dezember folgte das Berliner Attentat und mir wurde mal wieder bewusst, wie nah wir dem Terror eigentlich sind. In Gedenken an all die Opfer von Gewalt auf der ganzen Welt zünde ich jeden Tag eine Kerze an und denke wenigstens ein paar Minuten drüber nach.

Was ich mir für das Jahr 2017 wünsche? Das es mir persönlich weiterhin so gut geht. Und das es gesellschaftlich mehr Frieden gibt. Ich werde meine Ernährung umstellen und vielleicht neue Projekte starten.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ik wish euc al een gjud Nev Jear!

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