Vor- und Nachteile von Linux

Seit Windows 10 herauskam habe ich auf Linux, genauer gesagt auf Linux Mint (welches auf Ubuntu basiert), gewechselt. Nur an meinem Spiele-PC muss ich leider Windows (7) weiter verwenden. Doch welchen Nutzen hat Linux Mint für mich und welche Unterschiede gibt es? Hier erkläre ich für wen der Umstieg auf Linux sinnvoll ist und für wen nicht.

Die Vorteile von Linux
Linux ist ein freies Betriebssystem, dass heißt es gehört keiner Firma, kann von jedem programmiert werden und darf kostenlos an jede beliebige Person und jeder beliebigen Anzahl weitergegeben werden. Schon dieser Punkt spricht für Linux, denn das bietet kein anderes Betriebsystem (MacOS von Apple und Windows von Microsoft sind kostenpflichtig). Da sich Linux von jedem so anpassen lässt wie er/sie es denn möchte gibt es mehr als 50.000 verschiedene Varianten von Linux. Die bekanntesten sind Ubuntu & Linux Mint, OpenSuse, fedora und Android. Genau, das Smartphone-Betriebssystem von Google basiert auf Linux. Ubuntu gilt als das benutzerfreundlichste Linux….ne halt! Es GALT als das Benutzerfreundlichste Linux-System. Doch dann wechselte man auf die Oberfläche Unity und viele User verließen Ubuntu. Ab Oktober 2017 wird Ubuntu wieder mit dem allseits beliebtem Gnome (Desktop-Oberfläche) ausgeliefert und könnte dadurch wieder das benutzerfreundlichste System werden. Doch welche Vorteile bietet Linux jetzt genau gegenüber Windows und MacOS?

  • Linux ist kostenlos, jeder kann es aus dem Internet herunterladen, brennen oder auf einen USB-Stick installieren und dann überall installieren wo Linux drauf passt
  • Linux ist zum Teil sehr sehr klein, das benutzerfreundliche Lubuntu benötigt nach der Installation gerade mal 2GB Speicherplatz und passt gepackt (als Installation) auf eine herkömmliche CD (750MB)
  • Linux ist ressourcenschonend. Verwendet man nicht gerade Ubuntu mit Unity sondern das erwähnte Lubuntu benötigt Linux gerade mal 512MB Arbeitsspeicher und nimmt es gerne auch mit einem Single-Core (1-Kern-Prozessor) auf.
  • Linux kennt alle Geräte. Hingegen zu Windows erkennt Linux mehr als 90% aller Hardware, selbst wenn diese von 2000 oder vorher stammt. Linux besitzt eine riesige Datenbank von Treibern zu Hardware im PC als auch zu Druckern, Scannern, USB-Sticks, etc. Bei Linux hat man eher Probleme allerneuste Hardware anzuschließen als uralte.
  • Linux installiert im Hintergrund und fordert nur ganz ganz ganz selten (ist wirklich so) zum Neustarten auf. Fast alles lässt sich ohne Neustart installieren und sofort benutzen.
  • Installationen sind oft sehr klein (manchmal nur 5-10KB groß) und die Programme speichern Dateien auch sehr klein. So benötigt Linux keine großen Festplatten und passt sogar inklusive nachinstallierter Programme auf eine 10GB Festplatte – Windows alleine benötigt schon 8GB.
  • Linux beinhaltet direkt nach der Installation ein großes Programmpaket, außerdem lassen sich sehr schnell Programme und Treiber nachinstallieren, da diese in einer Datenbank schon zur Verfügung stehen.
  • Nach der Installation ist in Linux schon Treiber und Programme enthalten um alle Funktionen des Computers (vor allem bei Laptops interessant) zu nutzen. Nachträglich müssen fast nie Treiber installiert werden.
  • Von Linux gibt es fast immer eine Live-CD oder Live-DVD in der man ohne Installation das System testen kann – auch hierbei werden alle benötigten Treiber schon mitgeliefert. Ein Druckertest etc. ist möglich, genau wie das Installieren von Software. Das bietet Windows nicht.

Die Vorteile von Windows
Es sind wenige, aber es gibt auch Vorteile beim beliebtesten Betriebssystem der Welt. Wobei wohl mehr beim meistverkauften Betriebssystem. Wie schon oben erwähnt benutze ich einen Windows-PC um Spiele zu spielen, denn das klappt bei Linux nur in einem geringen Maße.

  • Die Welt wird für Windows gemacht, jedes Spiel wird zu erst für Windows programmiert, jedes Programm läuft unter Windows und die Hardware wird an dieses Betriebssystem angepasst. Das hat den Vorteil, dass man bei Windows immer eine alternative Lösung findet.
  • Windows kann spielen. Wer viel „zockt“ sollte bei Windows bleiben, denn nur hier laufen die meisten und besten Spiele.
  • Windows ist einheitlich. Seit Windows 10 mehr dennje. Windows wird auf allen Plattformen gleich benutzt und lässt sich gleich konfigurieren. Das kann Apple meist aber noch mehr. Wer Wert auf Einheitlichkeit setzt ist bei Apple am besten dran.
  • Windows kann neu. Unter Windows funktioniert fast jede neue Hardware, Treiber stehen im Internet sofort bereit und Windows lernt mit den Updates dazu.

Was kann Linux (eher) nicht?
Linux ist ein Betriebssystem für jedermann – so oft beworben, so oft es nicht stimmt. Ich kenne viele Menschen die mit einem Linux-System nicht klarkommen würden. Denn auch dieses tolle Betriebsystem hat seine Schwächen.

  • Linux benötigt Eingewöhnung. Erstmal sind oft die Oberflächen ganz anders gestaltet als bei Windows. Die Menüs lassen sich anders bedienen und oft findet man nicht auf Anhieb das was man sucht. Da Linux aus dem englischen kommt sind manche Formulierungen für Menüpunkte und Programme nur schwer zu erraten.
  • Linux kann nicht neu. Neuste Geräte werden öfters falsch erkannt. So können ganz neue Drucker manchmal nicht benutzt werden, weil deren aufwendige Treiber noch nicht in der Datenbank zur Verfügung stehen. Hier gibt es alternativen, aber dazu muss man Linux kennen und verstehen.
  • Linux spricht gerne Text. In Linux müssen viele Programme per Terminalbefehl installiert werden. Wer das mal gemacht hat wird es können, allerdings ist die Hürde im Terminal alles einzugeben oft zu groß. Daher ist Linux nur für Leute etwas die Lust haben alle Teile von Linux kennen zu lernen.
  • Linux formatiert anders. Linux benutzt gerne andere Formatsystem als Windows, obwohl Linux beides lesen kann. Daher kann es sein das Windows USB-Sticks nicht erkennt welche unter Linux formatiert wurden – und auch andersherum.

Was kann Windows (eher) nicht?
Windows kann so einiges was Linux kann nicht erfüllen.

  • Für Windows existieren nur mittelmäßig alte und neue Treiber, wer Hardware benutzen möchte welche älter als 7 Jahre ist kann schnell an die Grenzen stoßen, oft gibt es keine passenden Treiber mehr und auch keine alternativen.
  • Windows muss fast jedes Update und fast jede Installation mit einem Neustart quittieren. Das können sowohl Linux als auch MacOS besser.
  • Windows ist sehr anfällig für Viren, Spyware, etc. Daher müssen immer Antivirenprogramme installiert sein.
  • Windows benötigt viel Speicherplatz. Windows XP kam noch mit 50GB Festplatten hin, neuere Betriebssysteme und auch die Programme benötigen immer mehr Speicherplatz. Windows 10 ist nach Installation fast 10GB groß. Das macht Linux deutlich besser.
  • Windows kostet – sowohl das Betriebssystem an sich, als auch die zusätzliche Software. Zwar gibt es viele Programme die kostenlos herunterladbar sind, aber bei Windows wird noch immer auf Profit gebaut.

Fazit?
Wer ein solides und sicheres System sucht, welches alle benötigten Treiber direkt nach Installation bereit hält und wer zum Beispiel auf Hardware von 2007 setzt kann mit Linux wenig falsch machen. Die Distributionen lassen sich fast alle vorher testen. Wer ein bisschen in den Internet-Foren sucht wird für jedes Problem eine Lösung finden. Linux ist vor allem für Menschen etwas die dem Windowswahn entgehen möchten, ein System suchen das läuft, sicher ist und welches sich leicht installieren lässt. Ein bisschen sollte man sich allerdings auf kleine Abenteuer einlassen, das Terminal ist Linux wichtigstes Werkzeug. Und das versteht bekanntermaßen nur Text, keine Grafik. Wer allerdings viele Spiele spielt oder als GrafikerIn sein Geld verdient sollte nicht auf Linux wechseln, dafür ist diese Betriebssystem nur bedingt gemacht.
Ich bleibe bei diesem Betriebssystem weil es sowohl einfacher für mich ist, als auch sicherer und die Vorteile für mich interessanter sind als bei Windows.