Was Menschen mit Depression gebrauchen können

Weißt du was Depression ist? Nein? Okay, stell dir einen Raum vor in dem es so Dunkel ist, dass deine Augen nichts mehr sehen können. Schwärzer als die Nacht und stiller als du es je erlebt hast. Du kannst dich nicht orientieren, denn deine Augen sehen nichts, deine Hände fühlen nichts und deine Ohren können nichts hören. Würdest du in solch einem Raum nicht auch verzweifeln? Gut. Stell dir nun eine Straße vor auf der Menschen umher hetzen, Autos und LKW fahren. Deine Aufgabe ist es einen Weg zu finden, doch die Menschen die du ansprichst können dich weder hören noch sehen. Sie ignorieren dich nicht einfach, du existierst nicht für sie. Deine Aufgabe muss aber erfüllt werden. Du wirst schreien, aber keiner hört dich. Du kannst dir das in etwa vorstellen? Dann weißt du, wenn du beides verbindest, wie sich ein Mensch in etwa fühlt wenn er das erste mal auf eine Depression stößt. Das Gefühl ignoriert zu werden ist am Anfang noch präsent, doch auch das vergeht und es bleibt dir nur noch dein schwarzer Raum.,,

Menschen mit Depression fehlt die Eigenschaft positive Dinge zu erkennen und die negativen weniger Beachtung zu schenken. Es fehlt das Vertrauen in einen selbst, das Vertrauen, dass das was man tut richtig sein kann und wenn dem nicht so ist, dass dies allen Menschen passiert und daher normal ist. Jeder negative Aspekt ist ein Weltuntergang. Diese Dramatik ist nicht überzogen sondern für Menschen mit Depression so natürlich und wahr wie für einen Menschen ohne Depression es ist, zu wissen das Rückschläge kein Weltuntergang sind. Viel zu schnell wird geurteilt „du tust es nicht, weil du es nicht willst“, dieser Ansatz ist zwar im Grunde richtig, dennoch versuchen Menschen mit Depression immer und immer wieder Mittel und Wege aus dem schwarzen Raum zu finden.

Bis vor einem dreiviertel Jahr ging es mir nicht anders. 15 Jahre lang trug ich eine Depression mit mir mit, welche mir immer schwerer zusätzte und in der ich immer mehr die Hoffnung verlor. Es gibt Menschen die haben 14 Suizid-Versuche hintersich, mir reichten 2 Momente in denen ich die Kontrolle über mich verlor und zum Glück durch Freunde gerettet wurde. Im Jahr 2016 bekam ich das Glück in eine neue Umgebung um zu ziehen und neue Wege zu gehen. Schneller als es mir bewusst war verloren sich meine Ängste und die Depression wich einer manchmal noch dagewesenen Traurigkeit, jedoch vor allem dem Gefühl glücklich zu sein.

Menschen mit Depression wird oft geraten, die Augen auf zu machen und die Welt endlich zu sehen, dass ist meiner Erfahrung nach der falsche Ansatz, denn sie können nur tiefschwarz sehen. Menschen mit dieser Problematik bedürfen einer aufwendingen Entwicklung in der im Vordergrund steht, das eigene Empfinden für sich selbst zu stärken. Dabei können Entspannungstechniken genauso helfen wie die Anweisung die Augen zu schließen und versuchen die Gedanken mit einer anwesenden, vertrauten Person zu sortieren. Es gibt genug Therapiemethoden, welche erfolgreich helfen können, doch der Weg dahin ist oft so schwer, dass man es gar nicht erst versucht. Hier sollten Angehörige und Freunde unterstützen – nicht fordern sondern anbieten und zwar immer und immer wieder. Nicht verzagen und vielleicht selbst überlegen wie es einem selbst dabei gehen würde und was man dann bräuchte.

Suizid durch Depression ist eine der häufigsten Todesursachen und viele können verhindert werden, wenn wir diesen Menschen endlich zuhören und ihnen unsere hilfen anbieten. Fordert nicht das sie sich eurem Leben anpassen, passt euer Leben an, wenn ihr es könnt!

Weitere Hilfen und Unterstützung bekommt ihr unteranderem bei dem Projekt Frnd.

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