Timo Ewald

Jeder hat eine Geschichte, dies ist meine!

Kategorie: Rückblicke

Lebenszeichen

Liebe Leser_in,

dies ist der zweite Versuch, meine Gedanken aufzuschreiben. In diesem Monat ist soviel passiert, dass ich es noch gar nicht alles beschreiben kann. Im August verlor ich dank meiner Depression meinen Job, Anfang September hatte ich einen Autounfall bei dem mein Auto zerstört und mir damit meine größte Freiheit genommen wurde. Seit Anfang September hatte ich außerdem Stress mit dem Amt, welches mir meine Grundsicherung auszahlte und war kurz davor die Stadt zu wechseln um meiner Freundin näher zu sein. Und genau diese machte an dem ersten Wochenende (zwei Tage nach dem Unfall) mit mir Schluss. Wie ich später erfuhr liebte sie mich schon seit Monaten nicht mehr und hatte mich belogen. Mehrfach.

Mitte September, also vor ein paar Tagen, bekam ich dann noch eine blöde Erfahrung. Dies war zuviel für mich. Alleine zuhause klappte ich zusammen und wurde am Boden liegend, bei Bewusstsein und Unterzuckert vom Rettungsdienst gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Inzwischen bin ich wieder zuhause. Wie es mir geht, was fühle und teilweise auch das was ich denke oder mache entfällt mir. Ich tue oft etwas und habe danach keinerlei Ahnung was ich gemacht habe.

Ich hoffe das war es mit negativen Erfahrungen im September und hoffe der Oktober wird besser. Als kleine Anmerkung: Im Oktober (Datum steht noch nicht fest) wird mein neues Album “Feenstaub” erscheinen. Am besten einfach mal Ende Oktober auf dieser Webseite vorbei schauen!

Vielen Dank für’s Lesen dieser kurzen Nachricht und bis bald

Die Suche nach dem Glück

Liebe Leser_in,

vor nicht einmal einem Jahr war ich noch einer glücklichen Phase in der mir nichts und niemand etwas anhaben konnte. Damals war ich tatsächlich 95% der Zeit Glücklich und 4% Zufrieden. Diese Phase hielt mehr als 1 1/2 Jahre und hat mir viel dabei geholfen mich selbst zu entwickeln. Zudem konnte ich endlich mal das Leben genießen und war nicht gleich auf 180 wenn etwas nicht so lief wie geplant. In dieser Zeit ging zum Beispiel mein Fernseher kaputt und wäre ich nicht so zufrieden mit mir und meinem Leben gewesen, dann wäre ich sicher ausgerastet. Stattdessen sagte ich mir “nun denn, dann ist das halt so” und habe mir nie wieder Gedanken um einen neuen Fernseher gemacht.

Doch Anfang dieses Jahres begann die depressive Stimmung mich wieder einzunehmen und forderte mich mehr und mehr heraus. Ich war immer öfter krank und nicht fähig meine Arbeit aufzunehmen. Diese wurde nun beendet, da es mir nicht mehr möglich war regelmäßig zu erscheinen. Man muss dazu sagen, dass ich mit 2 Tagen/Woche angefangen hatte, dann im April auf 4 Tage/Woche hochgestuft wurde und als nichts mehr ging wieder runter auf 2 gegangen bin. Jedoch waren diese 2 Tage immer sehr flexibel, so hatte ich weder feste Zeiten noch Tage an denen ich arbeiten musste. Dieser Umstand forderte mich mit der Zeit immer mehr und ich brach alle meine Kräfte ab.

Bis vor wenigen Tagen war mir das alles relativ egal, denn ich wollte einfach das keiner mehr bestimmt was ich tun soll. Doch in den letzten Tagen begriff ich immer mehr wieviel positive Dinge ich im Leben besitze und dass ich mein Leben selbst gestalten darf und kann. Deshalb werde ich umziehen, mich nicht mehr um eine Arbeit bemühen, Dinge machen die mir Glück und Freude bringen. Auch wenn es vieles in meinem Leben gibt was mich nervt begreife ich immer mehr den Luxus in dem ich lebe und möchte genau dort ansetzen. Diesen Luxus dafür nutzen mich wieder zum Lachen fühlen bringen.

So habe ich heute meine Tagebuch-App Daylio (klare Empfehlung an der Stelle) genommen und einfach mal nachgeschaut was ich vor 1 Jahr gemacht habe. Doch ich habe nichts anders gemacht als heute. Also muss dieser Umstand mit dem Glücklichsein viel mehr von dem abhängen was und wie ich denke. Mal reinfühlen wie ich vor einem Jahr gefühlt habe wird nur schwer klappen, aber vielleicht kann ich schon dieses Wissen nutzen und mir selbst dabei zu helfen.

Wobei? Na bei der Suche nach dem Glück!

 

Wie ich war

Liebe Leser,

vor etwa zwei Wochen entdeckte ich durch Zufall ein altes Facebook-Konto von mir. Als ich las was da stand musste ich mich fast übergeben. Bei manchen Posts dachte ich ernsthaft, diese wären niemals von mir verfasst – doch sie waren es. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich an die meisten dieser Postings nicht erinnere und fast alles was ich damals wohl schrieb heute zu tiefst bereue.

Las ich meinen Freunden und meiner Freundin diese Posts und Messages vor, so bekam ich nur ein ungläubiges “Das bist du nicht” zurück. Scheinbar habe ich mich um mindestens 180° gedreht. Nun machte ich mir tagelang Gedanken dazu und ziehe nun ein Fazit. Bevor ich jedoch näheres erläutere möchte ich mich bei allen Entschuldigen die diese Art von mir in der Zeit zwischen 2009 und 2014 abbekommen haben. Ich schäme mich zutiefst dafür und würde so etwas heute nicht mehr schreiben. Vielleicht könnt ihr mir verzeihen.

Doch, was genau wurde auf diesem und einem weiteren Profil eigentlich geschrieben? Warum schäme ich mich so? Nun gut, mir fällt dieser Schritt nicht leicht, aber ich möchte zeigen wie sehr sich ein Mensch in 5 Jahren ändern kann. Daher hier eine kleine Erläuterung.

Obszöne Wortwahl

Das erste was mir auf dem Profil auffiel war meine zum Teil extrem obszöne Wortwahl. So beschrieb ich Frauen scheinbar grundsätzlich als Weiber, beleidigte sie als Nutten und jeder der meiner Meinung im Weg stand wurde auf’s übelste beleidigt, teilweise bedroht. Es ist für mich unbegreiflich wie ich damals schrieb und mag dies auch nicht mehr lesen. Klar, jeder hat mal einen schlechten Tag und wird ggf. mal ausfällig. Doch dieses Verhalten betonte jeglichen Grundkontext meiner Wortwahl. So schrieb ich auch in den zig Messages (es sind deutlich mehr als 1000 verschiedene Kontakte gewesen) in diesem hässlichen Stil.

Frauen sind genauso ein Teil unserer Gesellschaft und haben es genauso verdient gerecht behandelt zu werden. Dies ist meine heutige Meinung. Wenn ich mit jemanden Streit beginne beende ich diesen (meistens) frühzeitig und versuche meine Wut anders heraus zu lassen. Daher findet man solche Konversationen in meinen heutigen Profilen nur noch selten.

Vorverurteilung

Was mir auch auffiel waren meine Vorverurteilungen in diversen Posts und Kommentaren. In privaten Nachrichten genauso. So verurteilte ich jeden deren Meinung nicht meiner eigenen entsprach. Jeder der anders dachte bekam, wieder in obszönen Worten, meinen Hass ab. Dieses Verhalten habe ich selbst früher immer gehasst und wollte jeden so nehmen wie diese Person ist. Scheinbar gelang mir das nicht und meine Wut bekamen dann alle ab.

Mir ist heute eine offene, freilebende und gleichberechtigte Welt wichtig. Jeder Mensch darf so sein wie diese Person es möchte (so lange es nicht kriminell, verletzend wird). Was mich damals dazu bewegte kann ich heute nicht nachvollziehen.

Meckern, meckern, meckern

Etwas, dessen ich mir heute bewusst bin, wollte ich damals jedem Vorwerfen: das Unverständnis meiner Situation. Dazu muss man sagen, dass ich heute weiß, wie wenig ich selbst von mir und meiner Situation verstand. Ich verurteilte jeden der nicht verstand wie katastrophal es war, wenn etwas nicht funktionierte. Kurzum: ich meckerte. Meine obszöne Wortwahl wurde von meinem gemeckert noch unterstützt – gesamtheitlich ist es heute sehr schwer diese zu ertragen.

Was hat sich noch geändert?

Ich überlege mir viel öfter wie eine Situation ist, wie sie für andere sein könnte und wie viel es ausmacht sich darüber aufzuregen. Erst danach flippe ich aus und verzieh mich in meine Ruheecke zurück. Ich bin selten noch aggressiv und vor allem nicht mehr gegen andere. Wenn doch, dann schäme ich mich dafür sofort und bringe diese Scham auch zum Ausdruck. Generell möchte ich wirklich, dass jeder Mensch eine gewisse Ruhe in meiner Umgebung bekommt. Auch wenn ich das hier mit dem Wissen schreibe, wie ich einst war, habe ich keine Ahnung wie vielen Menschen ich da draußen wirklich weh getan habe. Ich kann es nur schätzen – und bei jeder Schätzung wird mir schlecht.

Verzeihen ist ein großes Stichwort, so verzeih ich mir viel viel öfter Fehler und verzeihe anderen Menschen wenn sie etwas tun, was mich aus der Fassung bringt. Generell bin ich um einiges ruhiger geworden, achte mehr darauf was andere möchten und akzeptiere dies auch dann wenn es meiner Meinung widerspricht.

Was lerne ich daraus?

Grundsätzlich: Jeder Mensch kann sich verändern. Persönlich: Mehr auf mich und andere achten und jeden so wertzuschätzen wie diese Person für mich wirklich ist.

 

Ich wünsche allen die das lesen ein schönes Wochenende!

euer Timo

Zum Glück ein Unglück

Liebe Leser,

diese Woche war ein auf und ab der Gefühle und Erfahrungen. Am Montag war ich glücklich und froh für alles was ich habe und am Dienstag morgen bin ich mit höllischen Schmerzen ins Krankenhaus gekommen. Diagnose, nach 3h Untersuchungen: Magenschleimhautentzündung und eine Speiseröhrenentzündung – auch bekannt als Gastritis mit Reflux. Therapie? 14 Tage Medikamente einnehmen.

Da war es wieder, dieses Thema “Gesundheit”. Predigte ich anderen immer sich gesund zu ernähren, zum Arzt zu gehen und sich fit zu halten, hielt dies bei mir nie länger als 2 Wochen. Gesunde Ernährung fällt mir schwer, was man dann auch in meinem Gewicht sieht: Mehr als 130kg bei 189cm Körpergröße. Wer umrechnen mag, mein aktueller BMI ist 40.0. Sportliche Betätigungen war für mich immer ein Hindernis – viel zu anstrengend. Und brauchte ich es doch bisher nicht, lebte ich doch gut…

Ha-ha. Ich habe mich jahrelang selbst belogen und betrogen. 2017 hatte ich eine Thrombose im Bein (und auch das nahm ich auf die leichte Schulter), meine beste Freundin hatte Angst das ich sterbe. Meine Knochen machen seit Jahren sich durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar. Mein Rücken kann kaum mehr Lasten tragen und dem Magen geht es seit Monaten nicht gut. So bekam ich schon im Dezember 2018 einen solchen Anfall, welcher nach einer Stunde wieder vorbei war. Und was unternahm ich? Nichts! War wohl nicht schlimm genug.

Der erste große Schock war für mich, dass ich im Dezember 2018 die 150kg überschritt und ich doch nie so viel wiegen wollte. Ich nahm all meine Kraft zusammen und schaffte es tatsächlich wieder unterhalb von 150kg. Doch wer glaubt ich änderte dann etwas an meinem Lebensstil liegt Meilenweit entfernt. Im Gegenteil, ich fraß Burger, Pommes, Kuchen, Eis und immer mehr Süßigkeiten sowie salzige Knabbersachen. Genau gesagt, bis zum letzten Dienstag.

Diese Schmerzen waren sicher nicht vergleichbar mit jemanden der eine langjährige Erkrankung hat oder einen Unfall erlebte, jedoch waren sie für mich das schmerzvollste was ich erlebt habe bisher. Dies gab ich auch im Krankenhaus an, eine volle 10 von 10. Ich wünsche niemanden, dass er diese oder schlimmere Schmerzen ertragen muss. Weder liegen, sitzen noch stehen ging.

Seit Dienstag habe ich 2,6kg abgenommen und bin schon ganz froh darüber. Außerdem möchte ich nun wirklich etwas gegen mein Gewicht, für meine Gesundheit und vor allem gegen den instabilen Körper tun. So habe ich mir ein Leihfahrradvertrag geholt und versuche mehr Rad zu fahren. Außerdem möchte ich meine Ernährung – nur für mich – auf den Prüfstand stellen und überlegen warum ich was wie gerade esse. So habe ich in dieser Woche mehr Salat, Gemüse und gesunde Sachen gegessen wie seit letztem Sommer nicht mehr innerhalb einer Woche.

Vielleicht habe ich jetzt den Sprung in die richtige Richtung geschafft. Wir werden sehen.

Was sonst noch so in dieser Woche passiert ist?

Nunja, ich konnte mich nicht dazu aufraffen trotz meinem Gefühlschaos zur Arbeit zu gehen obwohl dies doch eine super Ablenkung sein soll. Und ich habe mich darüber gewundert und gefreut wie lecker einfaches Essen doch sein kann.

Das war meine Kalenderwoche 15. Ich melde mich bald wieder. Macht’s gut!

euer Timo

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